Themenabend Künstliche Intelligenz “KI statt K.O. …wie nutzen wir die zweite digitale Revolution?”

TechnologyMountains veranstaltet am 14. März in Kooperation mit der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und dem Schwarzwälder Boten den Themenabend “KI statt K.O. …wie nutzen wir die zweite digitale Revolution?”.

Die Veranstaltung findet am 14. März 2024 in der Pulverfabrik in Rottweil statt und ist Teil der renommierten Veranstaltungsreihe “Denkanstöße” des Schwarzwälder Boten.
Unser Ziel an diesem Abend ist es, den Teilnehmern fesselnde Einblicke in das Thema künstliche Intelligenz zu bieten. Unsere Experten versprechen inspirierende Keynotes und eine packende Podiumsdiskussion. Erfahren Sie wie künstliche Intelligenz und das Metaverse unsere Arbeitswelt nachhaltig verändern wird. Ein Quick-Workshop ist ebenfalls Teil des Programms, konzipiert, um unseren Besuchern einen praktischen in Bezug auf KI zu verschaffen.
Seien Sie Teil dieses informativen Abends und tauchen Sie ein in die Welt der künstlichen Intelligenz.

Weitere Informationen zum Programm befinden sich in der Programmbroschüre

Die “aiXChange Conference”: Eine Bühne für KI und Unternehmensinnovationen

Vergangene Woche fand erfolgreich die erste aiXChange Conference in Friedrichshafen statt! Die Veranstaltung rund um das Thema Künstliche Intellignez brachte innovative Unternehmen, Wissenschaftler und Experten zusammen und bot eine einzigartige Möglichkeit, tief in die Welt der Künstlichen Intelligenz einzutauchen.

Das facettenreiche Programm der Konferenz umfasste alles von den Grundlagen bis hin zu konkreten Anwendungsbeispielen und konzentrierte sich auf die Voraussetzungen, Einsatzmöglichkeiten, Geschäftsmodelle und Praxisbeispiele von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Neben einer Vielzahl von Vorträgen und einer Paneldiskussion bot die Konferenz auch eine begleitende Ausstellung, die die praktische Anwendung von KI vor Ort erlebbar machte.

Die Veranstaltung wurde von den KIM-Labs (Schwarzwald-Baar-Heuberg), dem KI-Lab Allgäu-Oberschwaben und dem KI-Lab Bodensee organisiert. Diese drei KI-Labs, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, sind zentrale Anlaufstellen in ihren jeweiligen Regionen für alle Belange rund um Künstliche Intelligenz.

Das übergeordnete Ziel der “aiXChange Conference” besteht darin, maßgeblich zur Stärkung der KI-Kompetenz und Innovationskraft in der Region beizutragen und Unternehmen auf ihrem Weg der digitalen Transformation zu unterstützen. Durch diese kooperative Initiative streben die KI-Labs den Aufbau einer soliden Grundlage für Innovation und Fortschritt in der Region an.

Rund 100 Besucher beim Zukunftsforum 2023 – Zukunftsfähigkeit durch Nachhaltigkeit: Wege für Regionale Unternehmen

Die MountainsTour bei der SICK AG in Donaueschingen verzeichnete eine Rekordbeteiligung mit rund 50 Gästen am 7. November. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag darauf, moderne Technologie als Lösung für Herausforderungen in Zeiten begrenzter Ressourcen einzusetzen. Teilnehmer erhielten Einblicke in fortschrittliche Robotik und smarte Anlagen als praktische Lösungen für den Ressourcenmangel.

Die SICK AG präsentierte nicht nur ihre eigene Fertigung, sondern auch effektive Projekte mit Partnern, die durch Automation trotz begrenzter Ressourcen profitabel wirtschaften. Der Abend diente als Blaupause für die Idee des Technologieverbunds TechnologyMountains e. V., der darauf abzielt, Mitglieder zu stärken, praktische Chancen aufzuzeigen, Kooperationen zu fördern und die Qualifizierung in neuen Technologien zu ermöglichen. Neben einer Betriebsbesichtigung wurde der Abend von Impulsvorträgen umrahmt. Darunter eine Präsentation von Zorn Maschinenbau über eine Fräsmaschine zur Ressourcenschonung. Techtory Automation stellte eine komplett automatisierte Anlage vor, die fünf Prozesse in 25 Sekunden mit einer Präzision von 15 Mikrometern erledigt. Das Unternehmen Jäger Engineering erläuterte, wie Robotik auch für kleinere Unternehmen rentabel sein kann.

Die Veranstaltung endete mit einem Betriebsrundgang, bei dem die Gäste die Vielfalt der Fertigungsschritte und die erforderliche Präzision für filigrane SICK-Bauteile kennenlernten. Insgesamt wurden den Teilnehmern einen vielversprechenden Ausblick in die Zukunft der Technologie und Automationstechnik hier in der Region geboten. Informationen zu weiteren Veranstaltungen und Touren von TechnologyMountains im kommenden Jahr sind auf unserer Website unter Veranstaltungen verfügbar.

Rund 100 Besucher beim Zukunftsforum 2023 – Zukunftsfähigkeit durch Nachhaltigkeit: Wege für Regionale Unternehmen

In der vergangenen Woche versammelten sich etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Schwenningen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Lösungsansätze für nachhaltiges Wirtschaften zu diskutieren und wie Unternehmen im Großraum Schwarzwald-Baar-Heuberg regionale und ökologische Verantwortung übernehmen können. Viele praktische Antworten darauf, wie man Nachhaltigkeit und damit Zukunft für Unternehmen gestalten kann waren das Ergebnis des inzwischen 5. Zukunftsforums Unternehmen aus der Region gewährten dabei Einblicke in ihre Nachhaltigkeitsstrategien und nutzten die Plattform zur Diskussion mit anderen Akteuren.

Umrahmt wurde das Programm durch hochkarätige Vorträge von Unternehmen wie Wiha Werkzeuge GmbH, der Hansgrohe Group und der Thermengruppe Josef Wund. Im Anschluss wurde den Teilnehmenden reichlich Gelegenheit zum Netzwerken und Weiterbilden geboten.


Das Zukunftsforum ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen, Hochschule Furtwangen, TechnologyMountains e.V. und dem Marketing-Club Schwarzwald-Baar e.V..

TechnologyMountains e.V. präsentiert mit der aktuellen Ausgabe einen Programmüberblich über die nächsten Monate

Wir freuen uns, Ihnen die brandneue Let’s Get Digital-Broschüre präsentieren zu dürfen! Unsere Herbst/Winter-Ausgabe bietet Ihnen einen aufregenden Programmüberblick für die kommenden Monate. Es erwarten Sie zahlreiche Beratungstermine, Infoveranstaltungen und Großevents. Hier online abrufbar:

Beeindruckender Besuch bei Experten für die Zerspanung winziger Komponenten

„MountainsTour“ zu Gast bei der Mikron Germany GmbH in Rottweil: hochpräzise Werkzeuge und Maschinen-Service begeistern Gäste

Für ein gutes Dutzend Interessierter öffnete am vergangenen Freitag die Mikron Germany GmbH ihre Werkstore: Die „MountainsTour“ gastierte im Rottweiler Tochterunternehmen der schweizerischen Mikron Switzerland AG, Division Toolund ermöglichte Einblicke in die dort ansässige Fertigung von Werkzeugen sowie in die Service-Abteilung für die Mikron-Machining.

 „Wir fühlen uns in der Nische für VHM-Präzisionswerkzeuge zum Zentrieren, Anfasen, Bohren, Fräsen und Entgraten mit einem Durchmesser zwischen 0,1 und 8 Millimetern besonders wohl“, erklärte Geschäftsführer Robert Heimann zur Einführung in die Tätigkeitsfelder des Zerspanungsspezialisten. Das Unternehmen sorgt seit Jahrzehnten mit seinen Werkzeugen unter anderem dafür, dass täglich um die 145 Millionen Kugelschreiberspitzen weltweit gefertigt werden können: Präzisionsbohrungen wie für dieses Alltagsprodukt finden sich in zahllosen Gegenständen. In Rottweil entstehen die benötigten Spezialbohrer in buchstäblicher Feinstarbeit, wie die Besucher im anschließenden Rundgang durch die Fertigung erleben konnten: Die klimatisierten Räume sorgen für die richtige Maßhaltigkeit während der Produktion der Werkzeuge, die mit hochpräzisen Schleifmaschinen aus Hartmetallrohlingen gefertigt werden – so gut wie jeder Arbeitsplatz ist mit Mikroskop und anderen Feinprüfinstrumenten versehen, damit die Werker jedes unter ihren Händen entstehende Werkzeug auf exakten Schliff und perfekte Profilgenauigkeit kontrollieren können. Ebenso effizient ist die Mikron Machining Service-Abteilung  – und garantiert den Betreibern von Transfermaschinen die Maschinen-verfügbarkeit und bewahrt sie vor teuren Maschinenstillständen.

Die Leistungsfähigkeit rund um Werkzeuge und des Services hinterließen großen Eindruck bei den Gästen, die sich nach dem Rundgang gern beim Aperitif noch mit den Gastgebern austauschten – ein beeindruckender Besuch bei einem Unternehmen, das mit seinen Fertigkeiten Hochpräzision möglich und wirtschaftlich macht.

Mitgliederversammlung von TechnologyMountains e. V.: Jürgen Noailles neuer Vorstandsvorsitzender / Akteure präsentieren Leuchtturm-Projekte

Beim Technologieverbund TechnologyMountains ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des Vereins ist dessen Vorstandsvorsitzender, Dr. Harald Stallforth, in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nachfolger hat die Mitgliederversammlung jetzt einstimmig Jürgen Noailles gewählt, Geschäftsführer der Firma Stein Automation GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen. Sein Stellvertreter, ebenfalls einmütig ins Amt gehoben, ist Prof. Dr. Holger Reinecke, Vorstandsmitglied der Aesculap AG und CEO der Schölly Fiberoptic GmbH.

Die drei Säulen, die den Dachverband tragen, sind die MedicalMountains GmbH (Medizintechnik, Sitz in Tuttlingen), die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V. (Mikrosystemtechnik, Villingen-Schwenningen) und das Kunststoff-Institut Südwest (Kunststofftechnik, Villingen-Schwenningen). Die Mitgliedsfirmen kommen nicht nur aus Baden-Württemberg; unter den Neuzugängen etwa waren beispielsweise Unternehmen aus München oder Radebeul in Sachsen, sogar aus den Niederlanden oder der Schweiz.

Schatzmeister des Vereins bleibt Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg; weitere Vorstandsmitglieder sind Carina Bertram (VBM Medizintechnik GmbH, Sulz), Prof. Alfons Dehé (Hahn-Schickard-Gesellschaft), Gerhard Hipp (Anton Hipp GmbH, Fridingen), Simone Pajunk-Schelling (Pajunk GmbH Medizintechnologie, Geisingen) und Eduard Steidle (Micromed Medizintechnik GmbH, Wurmlingen).

Mit Dr. Harald Stallforth, bis 2013 Vorstandsmitglied der Aesculap AG, geht ein Vorsitzender, unter dem der 2005 gegründete Verein einen stetigen Aufschwung genommen hat. Waren es bei seinem Amtsantritt gerade einmal 39 Mitgliedsunternehmen, so liegt deren Zahl aktuell bei 459 mit annähernd 100.000 Arbeitnehmern. Thomas Wolf, Co-Geschäftsführer von TechnologyMountains, würdigte Stallforth als Gestalter mit „stets klarem Kompass“ und dankte ihm für dessen anhaltendes Engagement – die Vertreter der Firmen in der Versammlung schlossen sich dem mit lang anhaltendem Beifall an. Harald Stallforth selbst bezeichnete sich als überzeugten Netzwerker, der sich freut, dass seine Ideen in der Vorstandszeit „auf fruchtbaren Boden gefallen sind.“ Und in der Tat ist das Netzwerk-Bilden ein zentrales Handlungsfeld des Technologieverbunds – sein Motto lautet nicht umsonst: Unterstützen, Vermarkten, Kooperieren und Qualifizieren. Harald Stallforths Erkenntnis war seinerzeit, dass auf die heimische Industrie Anforderungen zukommen, die nicht mehr allein zu bewältigen sind.

Im Bilanzjahr 2022 hat sich das unter anderem in acht Messe-Auftritten, drei Innovationsforen mit insgesamt 720 Teilnehmenden, 160 Seminaren (knapp 1300 Teilnehmende), weiteren 55 Informationsveranstaltungen und nicht zuletzt 65 Entwicklungs- und Verbundprojekten geäußert. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Visionsprozess für die Medizintechnik im Südwesten, der die Branche damit fit für die Zukunft machen soll – und auf große Resonanz gestoßen ist. TechnologyMountains vertritt in erster Linien Unternehmen aus den Sparten Medizintechnik, Mikrotechnik und Kunststofftechnik. Für alle drei Bereiche stellten Sprecher Leuchtturm-Projekte vor, die zukunftsweisend sein sollen – zum Beispiel „KIM-Labs“. MedicalMountains-Geschäftsführerin Yvonne Glienke kündigte hier einen niederschwelligen Zugang an – eine breite Palette von Schulungen und Sprechtagen, um, wie sie unterstrich, „KI in die Unternehmen zu bringen.“ Simon Herrlich (Hahn-Schickard) stellte die Digitalisierungs-Initiative „European Digital Innovation Hub“ vor, Marius Fedler vom Kunststoff-Institut ein Vorhaben, mit dem sein Industrie-Zweig die nachhaltige Nutzung von Recycling-Materialien steigern will. Die Mitgliederversammlung von TechnologyMountains fand übrigens an einem ungewöhnlichen Ort statt: im Zirkuszelt des bevorstehenden Honberg-Sommers in Tuttlingen. Dort, wo eigentlich Bands und Musikerinnen auf der Bühne stehen, saßen nun die Vorstandsmitglieder und trugen ihre Bilanz vor. Nach der Mitgliederversammlung blieben die Anwesenden noch zum „Gipfeltreffen“, einem lockeren Get-Together auf dem Festival-Gelände mit Gesprächen, die übers Fachsimpeln auch mal hinausgehen durften. Netzwerken geht eben nicht nur in trockenen Foren, Seminaren und Sprechtagen, sondern auch unter freiem Himmel mit einem Aperol Spritz in der Hand.

Digitale Strategie ist Wettbewerbsfaktor für Standort – Beim 14. „InnovationForum smarte Technologien & Systeme“ weisen die Blicke in die Zukunft der Industrie: Einbeziehung des Mittelstands wird zum Schlüssel

Mit klaren Visionen der digitalen Herausforderungen befassten sich die 120 Teilnehmenden am 14. InnovationForum Smarte Technologien & Systeme: Die Veranstaltung mit drei Keynotes, 29 Fachvorträgen und einer begleitenden Fachausstellung machte deutlich, welches Potenzial in der Region vorhanden ist – aber auch, welche Herausforderungen auf den Standort zukommen werden, wenn die Digitalisierung nicht sinnvoll vorangetrieben wird.

Für die Veranstalter TechnologyMountains e. V., IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V. war die bereits 14. Auflage des Fachkongresses in der Donauhalle in Donaueschingen erneut keine Routine-Veranstaltung: Galt es doch, im immer schneller werdenden Themenfeld aus Digitaltechnologie und globalen Entwicklungen die Expertinnen und Experten aufs Podium zu holen, die zum Zeitpunkt der Veranstaltung die richtigen Akzente setzen würden – und das bei Monate vorab gesetzten Themen. Die Auswahl der Referentinnen und Referenten traf in diesem Jahr ins Schwarze, wie sich im Lauf des Tages zeigen sollte: Moderatorin Kimsy von Reischach ließ zunächst IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, TechnologyMountains-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Stallforth und Hahn-Schickard-Institutsleiter Prof. Dr. Oliver Amft ihre Visionen erläutern, was smarte Technologien aktuell ausmachen. Menschliche Digitale Zwillinge und Realitässimulation für Optimierung

eingebetteter Systeme und KI-basierte Prognosen stellte Prof. Amft vor. Dr. Stallforth betonte die Rolle von Plattformen wie TechnologyMountains, weniger Innovation zu steuern, sondern durch das Schaffen einer Plattform wie dem InnovationForum Raum für den Austausch von Wissen zu schaffen. IHK-Hauptgeschäftsführer Albiez unterstrich die Notwenigkeit, dass der Staat wieder mehr Raum für unternehmerische Innovationen und Investitionen bieten muss, um die hohe Innovationskraft der regionalen Wirtschaft zu sichern.

Wie wichtig ein abgestimmtes Handeln in diesem Thema tatsächlich ist, belegte das gemeinsame Referat von Dr. Wolfgang Bock und Dr. Stephen Melzer von der msg Group: Die beiden Manager der Münchner Unternehmensgruppe warfen einen Blick auf laufende Anstrengungen, um für die fertigende Industrie eine gemeinsame Datensprache in einem Daten-Ökosystem zu entwickeln. Denn nichts Geringeres machen neue Vorgaben wie das Lieferkettensorgfaltsgesetz unerlässlich: Der unbedenkliche Herkunftsnachweis von Produkten wird ebenso wichtig wie ihr CO2-Fußabdruck, zudem sind Daten die Basis von anderen Themen wie zum Beispiel Produkthaftung. Ein Nachteil, der zum Problem für den Standort Deutschland werden kann: „Wenn wir die erforderliche Durchgängigkeit von Daten über die Hersteller hinweg nicht erreichen, haben andere wie China erhebliche Vorteile“, mahnte Melzer.

Mit einem eigenen solchen Daten-Ökosystem arbeiten Systeme des bekannten Herstellers Fischer, dessen Kernprodukt seit 1948 der Dübel ist: Längst hat sich die Unternehmensgruppe die Frage gestellt, was man tun könnte, wenn es mit dem großen Geschäft rund um diese traditionelle Befestigungslösung vorbei sein sollte. Marco Thiess, Leiter Globales Innovationsmanagement bei Fischer, präsentierte zwei von vielen Ideen dazu: So sind zum Beispiel mit Sensoren ausgerüstete Befestigungsanker und Unterlegscheiben dazu in der Lage, bei Überlastung digital Alarm zu schlagen – sinnvoll zum Beispiel bei sicherheitskritischen Themen wie Brückenbauten. Die hierbei genutzten Datenwege sind jedoch ein geschlossenes System von Fischer – wie die meisten Anwendungen, die für die Forschung spannende Daten erzeugen. Eine andere Idee, die Fischer inzwischen zur Marktreife gebracht hat, ist ein Roboter, der auf Großbaustellen wie Tunnelbauten anstrengende Arbeiten wie das Bohren von Löchern in Wände und Decken übernimmt: „Die Baubranche ist noch zurückhaltend, es wird noch einige Jahre dauern, bis so etwas Standard sein wird“, ergänzte Thiess – dass ein Bedarf an Baurobotern sich aber gerade durch den Fachkräftemangel immer stärker zeigen wird, daran hat er keinen Zweifel.

Die praktische Anwendung digitaler Technologien unterschiedlichster Couleur prägte denn auch die Fachvorträge, die am Nachmittag folgten: Von digitaler Therapieunterstützung über Künstliche Intelligenz im Kundenservice bis hin zu den Wartungsbedarf vorhersagende Systeme in Schwimmbadpumpen reichte die Palette der denkbaren Nutzung. Aber auch die Innovation von Geschäftsprozessen mithilfe digitaler Lösungen und das additive Fertigen als Anwendung stießen auf großes Interesse in den Fachrunden. Die Kostenseite solcher Vorhaben erleichtern können Fördermittel, die ebenfalls im Rahmen des InnovationForum thematisiert wurden: Dr. Sven Spieth von der Hahn-Schickard-Gesellschaft warb in seiner kurzen Ansprache für den im Institut angesiedelten „European Digital Innovation Hub Südwest“, eine von der EU geförderten Einrichtung, die digitale Innovationen in der Region unterstützt – und das sehr unbürokratisch und schnell. „Das ist die Gelegenheit, digitale Technologie auszuprobieren – gefördert von der EU“, erklärte er.

Die Teilnehmenden nahmen die Chance gerne war, sich in der an das Forum angeschlossenen Fachausstellung über die in Fachvorträgen und Referaten vorgestellten Möglichkeiten genauer zu informieren: Neben geführten Rundgängen durch die Ausstellung wurden auch intensive Einzelgespräche mit den Ausstellenden geführt, und bei Snacks und Getränken kam auch das Netzwerken untereinander nicht zu kurz.

Zukunftsforum 2023: Programm veröffentlicht!

📢 𝗝𝗘𝗧𝗭𝗧 𝗔𝗡𝗠𝗘𝗟𝗗𝗘𝗡 𝘇𝘂𝗺 𝗳ü𝗻𝗳𝘁𝗲𝗻 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁𝘀𝗳𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗩𝗶𝗹𝗹𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻-𝗦𝗰𝗵𝘄𝗲𝗻𝗻𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗮𝗺 𝟮𝟱. 𝗢𝗸𝘁𝗼𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟯

Wirtschaftliche Effizienz und eine umweltfreundliche sowie ressourcenschonende Produktion oder Dienstleistung kombinieren. Das ist nur eine der vielen Herausforderung, mit denen sich Unternehmen angesichts des Klimawandels und seiner Folgen konfrontiert sehen. In ihrer Rolle als wichtiger Multiplikator für mehr Nachhaltigkeit kann die Wirtschaft nachhaltige und zukunftsfähige Produkte, Strukturen sowie Verfahren entwickeln und damit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das Zukunftsforum Villingen-Schwenningen widmet sich in seiner fünften Veranstaltung dem Schwerpunkt »𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁𝘀𝗳ä𝗵𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗵𝗮𝗹𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁: 𝗪𝗲𝗴𝗲 𝗳ü𝗿 𝗿𝗲𝗴𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻«. Speaker*innen aus Wirtschaft und Forschung beleuchten in vielseitigen Vorträgen Nachhaltigkeitsstrategien und deren Umsetzung im industriellen Umfeld. Seien Sie dabei, erhalten Sie einen echten Wissensvorsprung und knüpfen Sie wertvolle Kontakte zu Entscheider*innen aus Wissenschaft und Praxis! Anmeldung und weitere Informationen: ANMELDEN

4. Zukunftsforum zeigt anschaulich, wie Transformation der regionalen Wirtschaft gelingen kann – Gute Voraussetzungen zur Transformation durch die eigene Historie

Wie Strukturwandel für die regionale Industrie gelingt, damit befasste sich das 4. Zukunftsforum, das in der Neckarhalle in Villingen-Schwenningen ausgerichtet wurde. Gut 100 Gäste nutzten die Chance, sich anhand von Forschungsergebnissen und Erfahrungen von Unternehmern konkrete Impulse und Inspirationen zu holen.

Der Abend wurde gemeinsam von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), Hochschule Furtwangen (HFU), IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, dem Marketing-Club Schwarzwald-Baar sowie dem Netzwerk TechnologyMountains e.V. ausgerichtet. Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth machte bereits in seiner Begrüßung zur Eröffnung des Zukunftsforums klar, dass man in der Doppelstadt weiß, was Strukturwandel bedeutet: „Wir haben das miterlebt, als die Uhrenindustrie unterging, die großen Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik oder der Verkehrsmessung“, erinnerte Roth an internationale Player wie Kienzle, Saba oder Mauthe. Diese Krisenzeiten seien zwar lange überwunden, würden aber auch zeigen, wie Strukturwandel und der Wohlstand einer Region Hand in Hand gehen würden.

Für den theoretischen Unterbau zum Thema Strukturwandel nahm Dr. Thomas Stahlecker vom Karlsruher Fraunhofer-Institut die Gäste mit auf eine Reise durch die verschiedenen Aspekte, die der Strukturwandel mit sich bringen kann. Beispielhaft nannte er die Montankrise der 1960er-Jahre, in denen Bergbau und Stahlindustrie im Ruhrgebiet und im Saarland als Hauptwirtschaftszweige wegfielen und diese Regionen sich neu erfinden mussten. Die Voraussetzungen, dass sich Baden-Württemberg als bereits hoch technisierte Region mit dem Wandel leichter tue, seien aufgrund der hohen Bereitschaft hierzu in der Bevölkerung sehr gut. Dennoch sei Strukturwandel heute deutlich komplexer als früher: Der gesellschaftliche Diskurs sei intensiver geworden, man müsse heute mehr Rücksichten nehmen.

Danach übernahm Matthias Stotz, Geschäftsführer der Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co. in Schramberg. Ein Unternehmen, das wie kaum ein anderes für Transformation steht: Aufgestiegen aus der Massenfertigung preiswerter Wecker zum weltweit renommierten Technologieführer in der Zeitmessung, sei es Junghans nach der zunehmenden Verwässerung der Premium-Marke immer schwerer gefallen, am Markt zu bestehen. „Die Insolvenz war dann auch dank der großen öffentlichen Aufmerksamkeit dafür eine große Chance: Wir konnten erklären, warum Junghans anders wird und weshalb Kunden wieder unsere Produkte kaufen sollten“, blickte Stotz zurück. Der Wandel bei Junghans bewegte sich vom mechanisch einfachen Massenprodukt über ausgeklügelte Elektronik in der Zeitmessung bis zu den heutigen hochwertig gestalteten Zeitmessern über 161 Jahre.

Eine viel kürzere Unternehmensgeschichte hat Marco Bertiller von der Spinnax GmbH & Co. KG. Er stellte seine Sicht darauf vor, was etablierte Unternehmen von Start-ups lernen können, um den eigenen Wandel besser vorantreiben zu können. So hätten neu gegründete Unternehmen zum Beispiel erst einmal keine Marktanteile zu verlieren und agieren risikobereiter. Sein Rat an Unternehmen lautete, entweder die eigene Unternehmenskultur nachhaltig aufzubrechen, um Innovation zu begünstigen oder aber eigene Start-ups zu gründen, um aus diesen unabhängig agierenden Einheiten schnelleren Innovationserfolg zu ziehen.

Stefan Beetz, Geschäftsführer der ISGUS GmbH, schilderte am Beispiel seines Unternehmens, wie der Wandel eines Unternehmens aus sich selbst heraus aussehen kann: So sei der Umbau des einstigen Schwenninger Stechuhren-Herstellers zu einem „Systemhaus mit angeschlossener Fertigung“ ein Prozess über viele Jahre gewesen. Die Notwendigkeit zum Umbau des Familienunternehmens schuf die Krise der Uhrenindustrie in den 1970-er Jahren. Insbesondere die zu hohe Fertigungstiefe mit entsprechenden Kosten und die zu geringe Innovation seien dabei maßgebliche Faktoren gewesen. Vor allem aber durch unternehmerischen Mut und einer Prise Glück für die Unternehmensleitung konnte ISGUS dennoch erfolgreich wachsen. „Die Krise machte eine starke Umgestaltung in der Region nötig – und die daraus entstandene Diversifizierung ist heute unsere Stärke“, schaute Beetz auf das Heute.

Schließlich appellierte Beetz noch an die Politik, die Rahmenbedingungen durch den Abbau von Bürokratie und Regulierungswut zu verbessern. „Wir kommen sonst kaum noch dazu, unsere Arbeit als Unternehmer zu machen“, so sein Fazit.